23 ja, nur dreiundzwanzig! Du glaubst es nicht? Doch, doch, es stimmt. Die Herleitung siehe unten.

Du wendest vielleicht ein, die Geburtstage sind aber nicht ganz gleichmäßig übers Jahr verteilt ?
Ha - dann wären's sogar weniger als 23!

Und bei 41 Leuten ist es schon zehnmal wahrscheinlicher, dass zwei am selben Tag Geburtstag haben - als dass es nicht so ist.

Im Bekanntenkreis habe ich mal dies Thema angesprochen; darauf sagte eine Frau: "Das stimmt nicht, was Du da erzählst (das mit den 23), vor kurzem waren wir mal 29 Leute zusammen - da hatte keiner mit einem anderen Geburstag.". Tja, was soll man dazu sagen. Es zeigte mir beispielhaft, wie unbedarft Leute sind, wenn es um Wahrscheinlichkeit geht. Übrigens, gerade das ist der Grund, weshalb Lotto gespielt wird - die meisten Leute haben einfach keinen Begriff von Wahrscheinlichkeit: Einerseits spielen sie Lotto, andererseits fahren sie Auto - oder gar sie rauchen! Was das heißen soll? Nun, denk mal darüber nach.

Ich habe noch NIE Lotto gespielt - warum? - ich kann's ausrechnen. Wer unbedingt spielen will, sollte besser Roulette spielen, denn da sind die Chancen deutlich größer. Und am besten sollte er dabei versuchen, seinen "geplanten" Gewinn mit so wenig wie möglich Spielen zu machen: also nicht (mehrfach) auf Rot oder Schwarz setzen, sondern eher auf EINE Zahl. Warum?: die Bank kassiert - im Durchschnitt - von JEDEM Einsatz ca. 2,7 Prozent (1/37). Und deshalb ist das Gewinn-Verlustverhältnis im Rot/Schwarz-Fall schlechter - die Verluste sind da im Durchschnitt über 5-mal so groß, wie wenn man auf eine Zahl setzt!

Dagegen bei Lotto geht im Durchschnitt von jedem Einsatz viel mehr als 2,7 Prozent, nämlich 50 Prozent, Fünfzig ! verloren. Um also mit Roulette 100.000EURO zu gewinnen, musst Du im Durchschnitt 102.778 EURO einsetzen, bei Lotto dagegen sind es 200.000 EURO. Deshalb: wenn schon spielen, dann lieber Roulette. Aber natürlich noch besser: gar nicht spielen - wie ich. Zu Roulette siehe hier.

Ich will Dir mal einen anschaulichen Begriff geben, wie die Chancen stehen für einen Sechser im Lotto:
Da hat jemand einen Bleistiftstrich quer auf der Autobahn irgendwo zwischen Freiburg und Karlsruhe gezogen, Du weißt nicht wo. Du fährst mit einer 1-Cent-Münze in der Tasche in Freiburg los. Irgendwann während der Fahrt öffnest Du das Autofenster und wirfst die Münze hinaus. Wenn dann die Münze auf dem Bleistiftstrich zu liegen kommt, dann hättest Du einen Sechser.

Na, willst Du jetzt immer noch Lotto spielen? Vergiss es, vergiss es!

Der Lottoschein ist hinterlistigerweise so gestaltet, dass der normale, ahnungslose Zeitgenosse einen falschen und viel zu günstigen Eindruck von der Chance bekommt - es grenzt an Betrug. Und der Lotto-Faber (den kennt man auch aus der Fernsehwerbung) scheint mir wirklich ein Betrüger zu sein, weil er den - im wahrsten Sinne des Wortes - ahnungslosen Leuten vorgaukelt, dass sie mit ihm mehr gewinnen als ohne ihn. Eines ist doch klar: wenn sein System wirklich gut wäre, so würde er ganz, ganz still sein und selbst danach Lotto spielen. Nein, er macht sein Geld mit der Ahnungslosigkeit der Leute, die auf ihn reinfallen und mit ihm weniger gewinnen als ohne ihn - denn ein Teil vom Geld seiner Kunden geht ja in seine Tasche.

Inzwischen bietet John Massen ein Buch an, Das geheime Lottobuch, für knapp 40 EURO, mit dem - wenn man sich daran hält - die Gewinnchancen bei Lotto deutlich größer sein sollen. Jeder, der nicht gemäß der Lottoformel in seinem Buch im Lotto tippe, sei dumm - meint er. Ich meine, umgekehrt ist es.

Und dann gibt es ja noch "Lottosysteme" - was ist das? Da tun sich sozusagen viele Tipper zusammen und geben dann mehrere (viele) Tipps ab - und haben zusammen so (viel) größere Trefferwahrscheinlichkeiten. Was ist davon zu halten? Nun, je weiter man das treiben würde, desto mehr ergäben sich bei jeder Ziehung Gewinne, aber immer mehr so, dass man jedesmal die Hälfte des Einsatzes wieder zurückbekommt. Ist doch toll - was?

Und hier nun die Herleitung