+++++++++++++++ email an Kultusministerium Baden-Württemberg ++++++++++++++   

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einem 16-jährigen - er ist Realschul-Schüler -, eine Rechenaufgabe gestellt, wie sie vor Tagen im Fernsehen vorkam:

"Zigaretten werden um ein Drittel teurer. Ein Raucher beschließt, ein Drittel weniger zu rauchen. Muss er nun mehr, weniger oder gleich viel für sein Rauchen zahlen?"

Dass der Schüler vorschnell "gleich viel" sagte, mag ja noch angehen. Ich bat ihn, es auszurechnen. Er fand die Lösung nur, indem er mit konkreten Preisen rechnete. Ich sagte, er möge es doch allgemein ausrechnen. Dabei half ich ihm, indem ich fragte, das Wievielfache muss er zahlen, wenn er sein Rauchen nicht einschränkt. Er kam dann - schließlich - auf 4/3. Ich fragte, was wird daraus, wenn er ein Drittel weniger raucht? Er wusste wohl, dass er dann noch 2/3 raucht, aber er wusste nicht, was er damit anfangen soll. Schließlich sagte ich ihm, dass er nun die 4/3 mit 2/3 multiplizieren muss. Da fiel er aus allen Wolken und sagte, woher er wissen soll, dass dann 4/3 mit 2/3 zu multiplizieren sei. Ich entgegnete, dass das doch selbstverständlich ist. Er sagte - aufgebracht -, woher er denn das wissen soll, die Schule vermittle so etwas nicht. Ich konnte das nicht glauben, daraufhin meinte er - weiterhin aufgebracht -, dass sein gleichaltriger Freund, der das Gymnasium besucht, das bestimmt auch nicht weiß...

Er rief den Freund heran. Tatsächlich versagte der genau so kläglich und wusste nicht, dass in diesem Fall 4/3 mit 2/3 zu multiplizieren ist. Er war sich der Bedeutung dieser Multiplikation überhaupt nicht bewusst!

Dies heißt also, die Schüler wissen wohl, wie man Brüche multipliziert, können aber mit diesem Wissen nichts, ganz und gar nichts anfangen. Ich war erschüttert.

Was - um Himmels Willen - läuft denn da verkehrt!?! Das ist doch beschämend und gibt mir Anlass zu großer Sorge über Deutschlands Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen   hier die Antwort vom Kultusministerium.