Einwendungen

Anita + Manfred Ullrich, Fischnau 10, 79211 Denzlingen, den 5.8.2012/23.1.2013  

Unsere Einwendungen gegen das Gutachten (Teile sind meiner Internetseite entnommen)

Der mit der Beweisführung beauftragte Gutachter Markus a Campo aus Aachen hat für eben den Beweis, ob bei jener Geldabhebung unsere EC-Karte eingesetzt worden war, diese – das darf doch nicht wahr sein - gar nicht ausgehändigt haben wollen !!!! Er gibt in seinem Gutachten praktisch der Postbank recht, aber nicht etwa aufgrund von einwandfreiem, individuellem Beweis, stattdessen doziert er langatmig über allgemeine, pauschal eingeschätzte Wahrscheinlichkeiten.
In der "Zusammenfassenden Aussage" schreibt er: "Wenn zum heutigen Zeitpunkt die strittigen Vorgänge auch nicht mehr mit absoluter Sicherheit aufgeklärt werden können, kann festgehalten werden, dass bei der strittigen Abhebung das MM-Merkmal geprüft und für ok befunden wurde."

Dem fraglichen Anschein nach vielleicht, aber diese Prüfung – falls die überhaupt stattgefunden hat, was stark zu bezweifeln ist – war fehlerbehaftet, hatte also eine unrichtige Meldung geliefert (technischer Fehler?).

Weiter schreibt er: "Skimming-Szenarien sind bei einem Versagen der MM-Prüfung .... denkbar, haben allerdings eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit."

Ein SECHSER im Lotto hat auch eine verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit, kommt trotzdem immer wieder vor (zudem siehe "Weitere Fälle" auf meiner Internetseite).

Weiter schreibt er: "Deshalb ist davon auszugehen, dass bei der fraglichen Abhebung die Originalkarte eingesetzt worden ist."

Soso, "ist davon auszugehen" und weiter oben "kann festgehalten werden", wo aber ist der geforderte Beweis!?! Eben das sollte doch die eigentliche Aufgabe dieses Gutachters sein!

Auf Seite 15 oben schreibt er: "Wie .... geschildert, sind durch die lange Dauer des Verfahrens bestimmte Untersuchungen (also doch wohl eben der Beweis) nicht mehr durchführbar. Beim konkreten Verdacht auf Skimming (und als Konsequenz daraus die nicht erfolgte oder fehlerhafte MM-Prüfung) hätten Beweismittel gesichert werden müssen.".

Ja wessen Schuld ist das denn, meine oder die der Postbank, dass die Beweismittel, die gewiss uns einwandfrei recht gegeben hätten, nicht gesichert worden sind? - dies ist doch der klassische Fall einer "Beweisvereitelung"! Schließlich hat die Postbank am selben Tag, wenige Stunden nach jener gaunerhaften Geldabhebung Bescheid bekommen - die Postbank-Filiale hier in Denzlingen durch persönlichen Kontakt sofort nach dem Entdecken und die Postbankzentrale gleich darauf per Email, auf die sie reagiert hatte! Und mit dem Vergleich jener gelesenen MM-Merkmal-Daten mit unserer Karte wäre klar bewiesen, wer recht hat! (Erläuterung: Das der Echtheits-Prüfung dienende "MM-Merkmal" ist ein individuelles Muster auf einer leitenden Folie innerhalb des EC-Kartenkörpers ähnlich einem Bar-Code und lässt sich auch wie dieser durch eine Folge alpha-numerischer Zeichen darstellen und vergleichen.)

Nun ist also aus dem Gutachten klar ersichtlich, dass die Postbank die Mittel, die allein einen einwandfreien, ultimativen Beweis gewährleisten, nicht gesichert hat - bzw. hat diese verschwinden lassen. Und das Beweismittel wäre: Eine Protokollierung des gelesenen MM-Merkmals und nicht nur ein dürftiges und sehr zweifelhaftes "MM:01" für eine angebliche, gänzlich unbewiesene Übereinstimmung mit unserer Karte; zudem ist in jenem Protokoll noch nicht einmal die Kartennummer aufgeführt! Für die Nicht-Sicherung gibt es nur zwei Erklärungen: Schlamperei oder böse Absicht. Die - zu erwartende - Ausrede der Postbank, die Sicherung der gelesenen MM-Merkmal-Daten sei nicht zumutbar, kann nicht gelten, denn es handelt sich dabei um wenige Bits (alpha-numerische Zeichen). Zudem ist es ja so, dass die Gegenseite von uns den Beweis verlangt, dass es bei jener Abhebung nicht die originale Karte gewesen ist. Wie sollen wir das beweisen, wenn uns die Postbank mit der Nichtsicherung die einzige Möglichkeit dazu genommen hat!?! Wie?

Die Postbank hätte eigentlich alle Chancen haben können, ihre Behauptung, es war die originale Karte, einwandfrei zu beweisen, aber dies offenbar nicht nutzen wollen. (Das ist so, als ob ein Bußgeldbescheid wegen z.B. Geschwindigkeitsüberschreitung eingeht und die Polizei hat das Foto nicht, nicht mehr.) Die Postbank wird wohl ihre Gründe dafür haben! Weiteres zu Ausführungen vom Gutachter Markus a Campo:
Seite 11: "Es liegen keine belastbaren Zahlen vor, wie groß die Fehlerwahrscheinlichkeit einer MM-Prüfung im Vergleich zum Lesen eines Magnetstreifens ist."

Also das beweist doch überhaupt gar nichts!

Seite 14: "Wegen des nicht vorhandenen MM-Merkmals werden die Dubletten in der Regel bei deutschen Geldautomaten sofort eingezogen, weshalb diese Versuche üblicherweise im Ausland stattfinden."

In der Regel und üblicherweise heißt nicht in jedem Fall! Ebenso das - dort nachfolgend - mit dem Typischen bei Täterprofilen und der Abhebung im Ausland. Typisch aber eben nicht ausnahmslos.

Seite 15, 4.3, zur Fehleranfälligkeit der MM-Prüfung: "Es besteht kein Zweifel.., dass die … Messung …. fehleranfälliger ist als das Auslesen eines Magnetstreifens. Allerdings wird dieser Tatsache durch die aufwändige Justierung des MM-Lesers durch den Wartungstechniker …. Rechnung getragen.

Aha. Die erhöhte Fehleranfälligkeit wird also zugegeben, aber so getan, als ob durch Wartung usw. die Fehlerwahrscheinlichkeit zu Null wird!?! Und was ist, wenn jene "aufwändige Justierung" durch den Wartungstechniker nicht so aufwändig und penibel war? Jedes technische System – und der Mensch - machen mal Fehler!

Seite 15, 4.4, zum möglichen Abschalten der MM-Prüfung: "Es ist völlig ausgeschlossen, dass es ... eine Anweisung gibt, an bestimmten Tagen die MM-Kontrolle zu deaktivieren. …Falls also eine Deaktivierung stattgefunden haben sollte, ist diese auf Mitarbeiter zurückzuführen, die gegen die Vorgabe .…verstoßen haben."

Prof. Pausch (und andere) sind da ganz anderer Ansicht. Wie also kann der Gutachter einwandfrei beweisen, dass die Mitarbeiter bezüglich Deaktivierung gewiss niemals (mit oder ohne Absicht) gegen die Vorgaben der Bank verstoßen haben? Zu den von Prof. Pausch (und anderen) aufgeführten Möglichkeiten des Abschaltens der MM-Merkmalerkennung kommen noch zahlreiche andere hinzu, wie technische Fehler der Elektronik z.B. wegen schlechter Kabelverbindung und vieles andere – wie z.B. Fälschung -, das durchaus zu einem falschen "MM:01" geführt haben kann.

Seite 16, oben: "Die zitierten Dokumente ([Pausch], [Meyer] und [Speiser]) sind in diesem Zusammenhang insofern kritisch zu sehen,…"

Dass dieser Gutachter den Prof. Pausch und andere kritisch sieht, beweist doch gar nichts! Und widerlegt hat er damit auch nichts!

Seite 16, 4.5, unten: "Wenn Geräte versagen, wird in aller Regel eine Fehlermeldung und nicht ein "ok" zurückgegeben."

In aller Regel heißt nicht in jedem Fall.

Seite 16, unten: " ....Diebe würden sich aber keinesfalls mit einer einmaligen Abhebung von EUR 800,- zufrieden geben."

Dieser Gutachter Markus a Campo selbst hält hier offenkundig "seine Beweise" für so dürftig, dass er es – sehr bemerkenswerterweise – für nötig ansieht, sich der unehrlichen Argumentation des Postbank-Fachanwalts bedienen zu müssen! Wofür, ja wofür macht er denn das? Die Gegenseite kennt sehr wohl den echten Grund für die einmalige Abhebung, und der ist: Zufällig hatte ich die Gaunerei so sehr schnell bemerkt und die Karte gleich sperren lassen. Zudem spräche dieses Argument mindestens ebenso stark – ja, sogar viel stärker - gegen eine unehrliche Abhebung unsererseits.

Schon sehr lange verlangen wir den einwandfreien Beweis (siehe unten), den die Postbank hätte bringen müssen, aber offenbar nicht wollte; und nun gibt es anscheinend die Beweismöglichkeit nicht (mehr) – verantwortlich ist die Postbank. Dieser Gutachter Markus a Campo kommt statt mit Beweisen mit seinen pauschalen Wahrscheinlichkeitsmutmaßungen. Und dies entspräche ja tatsächlich auch dem Titel seines Gutachtens: "Sicherheit des MM-Merkmals an deutschen Geldautomaten", also überhaupt nichts Beweisrelevantes speziell zu unserem Fall hier und erfüllt somit eigentlich ganz unzulänglich den Wortlaut des Beweisbeschlusses (siehe dort)!

Wäre die bei jener Geldabhebung gelesenen MM-Merkmal-Daten protokolliert und bewahrt worden, dann – das ist unbestreitbar - wäre mit maximaler Gewissheit feststellbar, ob die originale Karte zum Einsatz gekommen war. Der von uns geforderte und noch ausstehende einwandfreie Beweis würde also lauten: Die "wenigen Bits" (alphanumerische Zeichen) des damals gelesenen und protokollierten MM-Merkmals stimmen mit dem MM-Merkmal unserer Karte überein. Und wenn das nicht der Fall ist oder wenn diese Daten nicht mehr vorliegen, ist der Beweis für die Postbank total gescheitert.

Ich behaupte ja nicht, dass eine Abhebung mit einer Kartendublette oft vorkommt, also sehr wahrscheinlich ist, aber ganz gewiss nicht unmöglich, was ja auch der Gutachter ausdrücklich nicht ausschließt – eben selten (siehe auch auf meiner Internetseite "Weitere Fälle")! Warum aber beharren Postbank und Helfer darauf - ohne Beweis, für dessen Fehlen die Postbank verantwortlich ist -, dass ausgerechnet wir nicht so ein "seltener Fall" sein sollen? Und wie steht es denn, was die Gesamt-Wahrscheinlichkeit des ganzen Geschehens anbelangt, mit folgender Gegen-Wahrscheinlichkeit: nämlich dass wir in unserer Situation (das Konto seit 50 Jahren, nie die geringste Unregelmäßigkeit damit, gutes Einkommen als Rentner, ein längst abbezahltes eigenes Haus, auf dem Postbanksparkonto zu jenem Zeitpunkt über 100.000 EURO) eine so blöde Gaunerei hätten begehen sollen, wollen ??? Noch mehr als um jene 800 EURO (und inzwischen weitere Kosten) geht es um unsere Ehre und Würde, die wir von der Postbank und Handlangern in den Dreck gezogen fühlen. Ich habe einen unsäglichen Zorn; noch nie hat uns jemand so beleidigt wie diese "ehrenwerte Gesellschaft".

Wir (nicht nur wir) können uns des starken Eindrucks nicht erwehren: Dieses Gutachten ist parteilich – ein Warum und Wofür kann man sich denken! Wir weisen also dieses Gutachten als unehrlich zurück.

Eigentlich sollte aber schon Folgendes als "Einwendung" gegen dieses Gutachten genügen, nämlich zwei Fragen an diesen Gutachter Markus a Campo:
Frage 1: Stimmen Sie Folgendem zu?
Hätte die Postbank die bei jener Geldabhebung gelesenen MM-Merkmal-Daten gesichert, so könnte durch direktes Vergleichen mit unserer Karte (die haben wir ja noch) der eindeutige, einwandfreie Beweis - mit größter Gewissheit - erbracht werden, ob damals die originale EC-Karte positiv geprüft worden ist.

Frage 2: Gibt es zwingende Gründe für die Postbank, den ultimativen Beweis, die damals gelesenen MM-Merkmal-Daten nicht gesichert zu haben?

Nicht nur ich kann mir kaum vorstellen, dass dieser Gutachter anders als mit JA zur Frage 1 und NEIN zur Frage 2 antwortet. Es sei denn, er verbirgt seine Parteilichkeit nicht.
Nachtrag: tatsächlich ist er dann dieser Frage 2 feige ausgewichen, denn als hätte ich anders, nämlich so gefragt "Gibt es zwingende Gründe für die Postbank, die damals gelesenen MM-Merkmal-Daten zu sichern?" antwortete er: "Jene Vorschrift schreibt die Sicherung der gelesenen MM-Merkmal-Daten nicht vor." Aber was hatte ich gefragt? Also abgesehen, dass er die Frage eigentlich gar nicht beantwortet hatte, kann es doch nicht angehen, dass der Bankenverband (von dem kommt angeblich "jene Vorschrift") selbstherrlich entscheiden darf, dass das "MM:01" als Beweis genüge, und so der viel stärkere, ultimative Beweis mit den gesicherten MM-Merkmal-Daten unterdrückt wird. Dieser parteiliche Gutachter Markus a Campo aber fand das offenkundig okay!

Und was eben die Ehrlichkeit der Postbank anbelangt: Wenn, wie doch Postbank und Helfershelfer behaupten, "MM:01" im Protokoll den Einsatz der originalen Karte - ohne Weiteres(!) - beweise, wir dagegen ABSOLUT sicher sind, dass es die originale Karte nicht gewesen sein kann, so bliebe doch noch, dass im Protokoll das "MM:01" von der Postbank gefälscht worden ist. Die Postbank wird natürlich diese "Unterstellung" mit (geheuchelter) Empörung zurückweisen. Aber nichts anderes als eben Betrug ist es doch, was Postbanker und Helfershelfer ihrerseits uns de facto unterstellen - ohne wirklichen Beweis, seit vier Jahren!

Nach der Berufungsverhandlung am 7.1.22012 steht nun also diese Frage im Vordergrund: Wie unwahrscheinlich, in welchem Maße ausgeschlossen ist es, dass das "MM:01" (im Geldautomaten-Protokoll, siehe oben) durch Fehler entstanden ist oder gar durch Fälschung im Protokoll. Und da dieser Gutachter (wieder) geantwortet hatte: "Mit der Wahrscheinlichkeit gegen Null" - warum denn das? Warum denn sind Fehler oder Fälschung der Postbank viel weniger zuzutrauen als uns ein – wie faktisch unterstellt wird - 800EURO-Betrug? Ja, warum denn? Was qualifiziert diesen Gutachter, dass er meint, die Redlichkeit von Postbank und uns derart gegensätzlich "begutachten" zu können und dürfen? Die Parteilichkeit dieses Gutachters Markus a Campo ist mit Händen zu greifen.
Ergänzung: Es darf doch einfach nicht wahr sein, dass er, dieser so "ehrliche, unparteiliche" Gutachter, das Nichtsichern der Beweise nicht zum Nachteil der Postbank, die das verschuldet hat, auslegt, sondern de facto zu unserem Nachteil! Zudem ließe sich das Fehlen der gelesenen MM-Merkmal-Daten doch viel eher so deuten: die wurden eben deshalb nicht gesichert, weil die gar nicht gelesen worden sind, weil es die auf jener Kartendublette gar nicht gegeben hat.

Siehe die Internetseite mit der ganzen unsäglichen Geschichte und da insbesondere 8.11.2012, bezüglich "Ehrlichkeit" der Postbank. Nachtrag: siehe dann noch 12.12.2012.
Nachtrag 23.1.2013: In einem späteren Emailverkehr und nachdem das Urteil in seinem Sinne vom LG Karlsruhe gesprochen worden ist, versucht dieser Gutachter Markus a Campo sich zu rechtfertigen – aber das ist ihm gründlich missraten, siehe dazu 6 Argumente, die von ihm und Justiz bisher weitgehend ignoriert worden sind.